Die Europäische ETFs haben das schwierige Jahr 2011 mit einem Gesamtvermögen von USD 259,88 Mia beendet und Netto-Neugeldern von USD 18,23 Mia. Ein ETF übersicht zeigt das die positiven Kapitalzuflüsse aus den ersten sieben Monaten sich ab August wesentlich ab schwächten. Zwischen physisch replizierenden Fonds, die weiterhin gute Ergebnisse erzielten, und synthetisch replizierenden ETFs, die von den Aufsichtsbehörden scharf ins Auge gefasst wurden und starke Kapitalabflüsse verzeichneten, tat sich eine grosse Spalte auf. In relativer Hinsicht überstand der ETF-Markt die Turbulenzen wesentlich besser als die UCITS-Branche als Ganzes. Die Kernaussagen für dieses Quartal sind:
ETFs sind weiterhin vergleichsweise attraktiv
Trotz der Kapitalabflüsse im 4. Quartal ist der europäische ETF-Markt für Anleger weiterhin relativ attraktiv − wie die Gesamtzuflüsse von USD 18,23 Mia. während des Jahres zeigten −, vor allem im Vergleich zur wesentlich grösseren europäischen UCITS-Fondsbranche. Im Gegensatz zu den Kapitalzuflüssen der europäischen ETFs im Jahr 2011 verzeichneten UCITS-Fonds bis Ende November Kapitalabflüsse in Höhe von EUR 84,5 Mia. Die Diskrepanz zwischen der Wertentwicklung der beiden Anlageinstrumente wurde durch die Tatsache verstärkt, dass fast 90 % des in europäischen ETFs verwalteten Vermögens auf UCITS-Fonds entfällt.
Aufsichtsbehörden verschärfen Regulierung
Die schärfere Regulierung synthetisch replizierender ETFs, die wir bereits in unserem Marktkommentar für das 3. Quartal angesprochen hatten, trug weiter zu den im letzten Quartal beobachteten Kapitalabflüssen bei. Seit die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) im Juli ihr Diskussionspapier veröffentlicht hatte, in dem sie die Risiken synthetisch replizierender Fonds aufzeigte, entwickelte sich eine enorme Kluft, die für physisch replizierende Fonds vorteilhaft war, während sich die Kapitalabflüsse hauptsächlich auf synthetisch replizierende ETFs konzentrierten. Die Anleger scheinen Cash-basierte ETFs zu bevorzugen: Sie platzierten USD 21,50 Mia. in physich replizierende ETFs, im Gegensatz zu Rücknahmen in Höhe von USD 3,27 Mia. aus synthetisch replizierenden Fonds.
Europäische Politische Unsicherheit
Die politische Unsicherheit und das Fehlen einer umfassenden Lösung für die Staatsschuldenkrise in der Eurozone machten europäischen ETFs im 4. Quartal zu schaffen. Nach einer unveränderten Entwicklung im Oktober nahmen die Kapitalabflüsse im November und im Dezember zu. Im Gegensatz dazu verzeichneten die USA − die mit ähnlichen gesamtwirtschaftlichen Problemen konfrontiert sind wie Europa − keine vergleichbare Vertrauenskrise. Für den US-amerikanischen ETF-Markt, der ausgereifter und weniger fragmentiert ist, verlief das Jahr daher ganz anders als für die europäischen Märkte. Er verzeichnete Zuflüsse von USD 115,76 Mia. und nur einen negativen Monat (Mai). Das Ergebnis der US-ETF bestätigt unsere Ansicht, dass das ETF-Wachstum weltweit anhalten wird. Auch in Europa dürften die ETF zulegen, wenn die zugrundeliegende Marktungewissheit und die regulatorischen Kontrollen nachlassen.
Die Credit Suisse erwartet ein positives Jahr 2012 für die europäische ETF-Branche
Die Credit Suisse geht davon aus, dass die Branche weiterhin unter der schwierigen globalen Wirtschaftslage leiden wird und vorerst keine Lösung für die Krise in der Eurozone gefunden wird. ETFs sollten jedoch auch 2012 das Instrument der Wahl für Portfolios mit verschiedenen Risiko-Rendite-Profilen sein. Die ESMA hat am 30. Januar ihre Position in Bezug auf ETFs vor Kurzem klargestellt. Dies sollte die Besorgnis der Anleger hinsichtlich der regulatorischen Risiken lindern, die im Jahr 2011 im Vordergrund standen. Wir erwarten letztlich eine Rückbesinnung auf die Indexierungsgrundlagen, wobei die Branche und die Aufsichtsbehörden weitere Schritte unternehmen werden, um die Risiken der verschiedenen Arten von börsengehandelten Instrumenten abzuklären.
